Mittelkürzungen bei der MBE? Ein falsches Signal!
Seit vielen Jahren ist die Caritas Bodensee-Oberschwaben im Landkreis Ravensburg im Auftrag des Bundes mit 1,5 Personalstellen im Bereich der MBE tätig. Die entstehenden Personalkosten werden durch Bundesmittel gefördert. Rund 40 % der Kosten tragen wir derzeit selbst.
Das speziell auf Neuzugewanderte zugeschnittene Beratungsangebot zielt darauf ab, zugewanderte Personen bei ihrer sprachlichen, beruflichen und sozialen Integration zu unterstützen und sie zu selbständigem Handeln in allen Angelegenheiten des täglichen Lebens zu befähigen.
Im Haushaltsentwurf der Bundesregierung für das Jahr 2023 ist nun überraschenderweise eine Mittelkürzung im Bereich der MBE von bisher rund 71 Mio. Euro auf 57,5 Mio. Euro vorgesehen. Diese geplanten Kürzungen sehen wir besorgt und betrachten sie als nicht nachvollziehbar - insbesondere vor dem Hintergrund der derzeitigen Entwicklungen im Integrationsgeschehen.
Gerade in jetziger Zeit, in der die Flüchtlingszahlen stark zunehmen und der Zulauf in diese Beratungsstellen ansteigt, ist das Vorhaben ein falsches Signal! Es würde bundesweit zu einem drastischen Abbau der dringend notwendigen Beratungskapazität führen. Die geplante Kürzung steht in einem eklatantem Widerspruch zu den im Koalitionsvertrag erklärten integrationspolitischen Zielen der Bundesregierung. Mit der fortschreitenden Diversifizierung der Zielgruppen gehen in der Folge immer vielfältigere Problemlagen der Ratsuchenden einher, die eine verlässliche und verstetigt finanzierte Beratungsstruktur unabdingbar machen.
Darum bitten wir die Bundestagsabgeordneten aus dem Landkreis Ravensburg, sich aktiv gegen diese Mittelkürzung einzusetzen und für die Sicherung der MBE hier in der Region einzutreten!
Die Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer (MBE) wirbt zusammen mit dem Jugendmigrationsdienst (JMD) beim bundesweiten Aktionstag am Mittwoch, 14. September, auf dem Marienplatz um Sichtbarkeit und bedarfsgerechte finanzielle Ausstattung.