Jedes Kind darf "seinen Rucksack bei mir ausschütten“

Mit einer feierlichen Veranstaltung wurde Michaela Abele als Schulsozialarbeiterin verantwortlich für die Schulpastoral an der Eugen-Bolz-Schule (EBS) begrüßt. Die in Ravensburg lebende Mutter von zwei Kindern kommt, nach Studium der Sozialen Arbeit in Benediktbeuern und Stationen bei den Sternsingern und in der Flüchtlingsarbeit beim Landkreis Ravensburg, an die katholische Schule in Bad Waldsee.
Andy Geyer begrüßte als Vorsitzender des Schulwerks die Vertreter*innen aus Stadt, Kirche, Schule und regionalen Unternehmen, die gekommen waren, um die neue Stelle der Öffentlichkeit vorzustellen und die Vertragsunterzeichnung mit der Bischof-Moser-Stiftung zu vollziehen.
Sandra Weber, stellvertretende Stiftungsbeiratsvorsitzende, blickte zurück, wie die Idee der neuen Stelle in der Elternschaft und dem Lehrerkollegium entstanden ist. Nicht erst seit der Corona-Pandemie haben Schülerinnen verschiedenster Klassenstufen mit ganz unterschiedlichen Herausforderungen zu kämpfen. Diese Probleme während des regulären Erziehungs- und Bildungsauftrags zu bearbeiten stellt eine große Herausforderung dar. Eine Initiativgruppe aus Eltern und Vertreter*innen der Schule bildete sich und arbeitete an der Ausrichtung einer möglichen Stelle. Bald stellte sich heraus, dass eine Finanzierung eines solchen Projekts an der EBS weder durch das Land Baden-Württemberg noch durch die große Kreisstadt möglich ist. Diese Gruppe schaffte es dennoch, die Finanzierung dieser Stelle für vier Jahre sicherzustellen - immerhin mit 80.000 Euro pro Jahr.
Bad Waldsees OB Matthias Henne, Stiftungsbeiratsvorsitzender der Eugen-Bolz-Schule, bedankte sich bei den Initiatoren für ihren unermüdlichen Einsatz zur Schaffung dieser innovativen Stelle und betonte, wie wichtig eine Vernetzung dieser Stelle mit Akteuren in der Stadt ist. Diese neu geschaffene Stelle von Schulpastoral und Schulsozialarbeit hat die große Chance, über Schulgrenzen hinweg in das Stadtleben hineinzuwirken. Gerhard Rauscher von der Bischof-Moser-Stiftung bezeichnete die Stellenkombination von Schulsozialarbeit und Schulpastoralarbeit als ein zukunftsfähiges Projekt mit Vorbildcharakter für andere Schulen.
Ein ganz herzlicher Dank gilt den großzügigen Sponsoren und Unterstützern, die in wirtschaftlich schwierigen Zeiten bewiesen, dass sich eine Investition in unsere Kinder für die Zukunft der Gesellschaft immer lohnt: Familie Hymer, Familie Nold, kirchliche Kleiderstube, Katholische Kirchengemeinde, der Kreissparkassen-, und die STAIB-Stiftung. Vom guten Miteinander in der Stadt und der Bereitschaft Initiativen zu unterstützen zeugt die Aussage von Herrn Nold: "Wir Unternehmer wollen etwas an die Gesellschaft zurückgeben, die Schulpastoral/Schulsozialarbeit-Stelle an der Eugen-Bolz-Schule ist dafür genau das richtige." Gerda Hymer betonte bei der Veranstaltung: "Unsere beiden Kinder waren an der Eugen-Bolz-Schule so gut aufgehoben, dass ich gerne einen Beitrag geleistet habe, die Schule weiterhin zukunftsfähig zu machen".
Nicht zuletzt leistet die Elternschaft der EBS selbst einen erheblichen Beitrag zur Finanzierung der Stelle.
Als Anstellungsträger konnte die Caritas Bodensee-Oberschwaben gefunden werden. Fachbereichsleiterin Angelika Hipp-Streicher unterstrich bei der Veranstaltung, durch die Einbindung der Stelle in den Bereich der Psychologischen Familien- und Lebensberatung sie mit weiteren Kompetenzen ergänzt wird.
Nach einem Rundgang durch die Schule und der Besichtigung des zukünftigen Büros der Schulsozialarbeiterin, welches durch Spenden der Bildungsstiftung und der Volksbank-Stiftung materiell ausgestattet wurde, gab es ein gemütliches Beisammensein bei Kaffee und Kuchen, welches zu einem intensiven Austausch der Anwesenden genutzt wurde.