Engagierte ziehen an einem Strang
Das gemeinsame Gruppenbild rundete den Abend ab.Caritas
Im Wirtschaftsmuseum Ravensburg trafen sich im Herbst erstmals die Vorstände der Solidarischen Gemeinde-Vereine im Landkreis, um ein gemeinsames Netzwerk zu gründen. Eingeladen, begleitet und moderiert hat die "Fachstelle Solidarische Gemeinden" der Caritas Bodensee-Oberschwaben, vertreten durch Christian Mayer und Anja Hornbacher. Ziel des neuen Netzwerks ist es, den Austausch unter den ehrenamtlich geführten Vereinen zu stärken, voneinander zu lernen und die Solidarischen Gemeinden langfristig weiterzuentwickeln.
Vertreterinnen und Vertreter der Vorstandschaften aus Aitrach, Aulendorf, Berg, Reute-Gaisbeuren sowie Fronreute/Wolpertswende nahmen teil. Sie alle engagieren sich vor Ort mit vielen Bürger*innen, um generationenübergreifende Strukturen aufzubauen, die Nachbarschaft, Teilhabe und Solidarität fördern. "Ohne den Einsatz der vielen verschiedenen Aktiven in den Kommunen gäbe es keine Solidarischen Gemeinden", betont Christian Mayer von der Caritas. "Sie investieren Zeit, Herz und Erfahrung in den Aufbau von Strukturen, die das Leben und ein gutes Älterwerden in unseren Dörfern und Städten tatkräftig stärken.
Engagement der Vorstände mit vielen Facetten
Die Vereinsvorstände bringen vielfältige Kompetenzen in ihre Arbeit ein: von Gemeinderats- und Kreistagserfahrung über Leitungstätigkeiten in sozialen Einrichtungen bis hin zu kaufmännischem Wissen und organisatorischem Geschick. Viele verbindet der Wunsch, das Miteinander der Generationen zu stärken und jüngere Menschen für Engagement zu begeistern. "Die Vielfalt unserer Erfahrungen ist unsere Stärke", brachte es ein Teilnehmer auf den Punkt. "Wir alle wollen, dass unser Ort ein Zuhause bleibt - für Jung und Alt."
Herausforderungen gemeinsam meistern
In Kleingruppen berichteten die Teilnehmenden, wie sie Herausforderungen in der Vereinsarbeit erfolgreich gemeistert haben. So war der Aufbau einer rechtlich eigenständigen Vereinsstruktur in Aitrach ebenso Thema wie der Weg von der Idee bis zur Gründung in Aulendorf oder Berg. Besonders wichtig war allen die Erkenntnis: Dranbleiben, miteinander reden, einfach anfangen.
Neben organisatorischen Fragen standen auch die Fördermittelakquise für die Projekte vor Ort. Die finanzielle Sicherung der hauptamtlichen Koordinierungsstellen in den Solidarischen Gemeinden wird durch die Kommunen gewährleistet. Die vom Landkreis Ravensburg, dem Dekanat Oberschwaben-Allgäu, der Friedrich-Schiedel Stiftung und der Caritas geförderte Fachstelle Solidarische Gemeinden leistet einen entscheidenden Beitrag.
Blick nach vorn
Das Netzwerk soll künftig einmal jährlich tagen. Neben dem persönlichen Austausch sollen Schwerpunktthemen, Best-Practice-Beispiele und Lernräume im Mittelpunkt stehen. Zwischenzeitlich bleibt die Fachstelle mit den Vereinen in Kontakt, um sie bei neuen Herausforderungen zu unterstützen.
"Dieses erste Treffen war ein starkes Signal für den Zusammenhalt im Landkreis", resümiert Anja Hornbacher. "Die Vereine können nur aufgrund des Engagements der Vorstände entstehen. Die Vorstände haben das Ohr bei den Engagierten und sind nicht selten auch selbst in den Projekten aktiv. Sie bringen eine lebendige, produktive und herzliche Dynamik in den Prozess und übernehmen Verantwortung für ihren Ort. Das Netzwerk verschränkt die örtlichen Ebenen, bringt die Leute zusammen und schafft Synergien für das gemeinsame Ziel: der Arbeit an sorgenden Strukturen".
Ein gemeinsames Gruppenfoto rundete den Abend ab - Symbol für das, was die Teilnehmenden verbindet: Solidarität, Herzblut, Freude und der Mut, etwas zu bewegen.
11.11.2025 Christian Mayer