Agnieszka Brugger im Gespräch mit Suchthilfen
Von links: Christof Hundler (Suchtberater), Agnieszka Brugger (MdB), Michaela Alexandridis (Leitung Suchthilfen) und Laura Pfaumann (Wahlkreiskoordinatorin Ravensburg).Isabella Fontanari
Wie vielfältig und wichtig die Arbeit der Suchthilfen im Landkreis Ravensburg ist, konnte die Bundestagsabgeordnete Agnieszka Brugger bei ihrem Besuch der Caritas Suchthilfen kennenlernen. Im Rahmen ihrer Sommergespräche nahm sie sich rund eineinhalb Stunden Zeit, um sich vor Ort bei der Suchtberatung und im Treff 27 in der Georgstraße 27 in Ravensburg über die Leistungsangebote und aktuellen Herausforderungen der Suchthilfe zu informieren.
Neben der Beratung und Begleitung suchtkranker Menschen und ihrer Angehörigen ging es auch um die Bedeutung der Suchtprävention an Schulen und in Betrieben. Frühzeitige Information und niedrigschwellige Angebote können dazu beitragen, problematischen Konsum früh zu erkennen und einer späteren Suchterkrankung entgegenzuwirken.
"Alle betonen völlig zu Recht, wie wichtig Prävention ist - aber Prävention gibt es nicht zum Nulltarif. Die Mitarbeitenden der Suchthilfe leisten hier vor Ort nicht nur dabei extrem wertvolle Arbeit für Betroffene, Angehörige und unsere Gesellschaft insgesamt. Und das unter oft auch sehr herausfordernden Bedingungen", betonte Brugger. "Gerade niedrigschwellige Beratung und frühzeitige Unterstützung verhindern, dass sich Probleme verfestigen und Krisen verschärfen. Wer diese Arbeit wirklich stärken will, muss sicher und verlässlich ausstatten."
Am Leben teilhaben dank Substitutionsbehandlung
Besonderes Interesse zeigte Brugger zudem an der Psychosozialen Substitutionsbegleitung der Caritas Suchthilfen, die Menschen während einer medizinischen Substitutionsbehandlung unterstützt und einen wichtigen Beitrag zur Stabilisierung und sozialen Teilhabe leistet.
Zudem wurde auch über die Situation der Schwerpunktpraxis für medizinische Substitutionsbehandlung gesprochen, die weiterhin nach einer Nachfolge sucht, wenn der bisherige Praxisinhaber, Dr. Matschinski, voraussichtlich Ende 2027 in Ruhestand geht. Damit steht eine wichtige Säule der medizinischen Versorgung suchtkranker Menschen in der Region vor einer großen Herausforderung.
Der Besuch von Agnieszka Brugger bot uns als Caritas-Dienst die Gelegenheit, unsere vielfältige Arbeit der vorzustellen und aktuelle Erfahrungen und Anliegen direkt aus der Praxis mit einer politischen Vertreterin zu teilen. Der Austausch machte deutlich, dass erfolgreiche Suchthilfe-Arbeit sowohl Prävention als auch verlässliche Beratungs- und Unterstützungsangebote sowie eine gesicherte medizinische Versorgung braucht.