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Kinderstiftungen

Gemeinsam stark für Kinder

GruppenbildDer baden-württembergische Sozial- und Integrationsminister Manfred Lucha (hinten, Dritter von rechts) traf sich in Leutkirch mit Vertretern und Partnern der Stiftung Kinderchancen Allgäu, um sich über die Arbeit der Stiftung zuz informieren.KiChAll

Leutkirch - Auf seiner diesjährigen Sommertour besuchte der baden-württembergische Minister für Soziales und Integration, Manfred Lucha, auch die Stadt Leutkirch. Im historischen Rathaus traf er mit Oberbürgermeister Hans-Jörg Henle sowie Vertretern und Partnern der Stiftung Kinderchancen Allgäu zusammen, um sich über die Arbeit der Stiftung zu informieren.

Im Frühjahr 2016 hatte die Initiative Kinderchancen Allgäu 40.000 Euro an Landesmitteln aus dem Ideenwettbewerb "Strategien gegen Armut" für den Aufbau der Stiftung erhalten. "Die Förderung war für uns sehr wertvoll und hilfreich", berichtete Ewald Kohler, Leiter der Caritas-Region Bodensee-Oberschwaben und Geschäftsführer der Stiftung Kinderchancen Allgäu. Dank der finanziellen Starthilfe des Landes sei es innerhalb eines Jahres gelungen, eine hauptamtliche Koordinierungsstelle mit Projektleiterin Ramona Wiest in Leutkirch einzurichten, tragfähige Netzwerke aufzubauen, wichtige Partner zu gewinnen und erste Projekte erfolgreich umzusetzen, so Kohler. Im Sommer 2017 wurde die Initiative in eine Stiftung überführt. Gründer sind die Caritas Bodensee-Oberschwaben und katholische Kirchengemeinden aus Bad Wurzach, Leutkirch, Isny, Aitrach und Aichstetten.

zwei Männer an einem Tisch

Kohler informierte den Minister über laufende Projekte der Stiftung: Durch den Förderfonds "Chancenschenker" beispielsweise erhalten benachteiligte Kinder eine Förderung für individuelle, immaterielle und außerschulische Förderaktivitäten in den Bereichen Musik, Sport und Kultur. Über das Elternprogramm PONTE - eine Kombination aus einer Elterngruppe im Kindergarten, verbunden mit Aktivangeboten zusammen mit den Kindern - werden Eltern in Erziehungsfragen gestärkt. Die Broschüre "Pockethelfer" mit einer Auflistung von Beratungsdiensten und familienentlastenden Angeboten bietet Eltern wichtige Kontakte für frühzeitige Hilfen in der Nähe. Im Sommer 2017 wurde zudem mit dem Aufbau des Vorlesenetzwerks "Lesewelten Allgäu" und ersten Vorlesestunden in Bad Wurzach, Aitrach und Aichstetten begonnen. Die Kinder mit ganz unterschiedlichen Nationalitäten seien in den Vorlesestunden mit Begeisterung dabei, berichteten die Vorleserinnen Bernadette Stricker und Silvia Schmid. Man verfolge das Ziel, die "Lesewelten" auf Leutkirch, Isny und Argenbühl auszuweiten und bis zu 450 Kinder regelmäßig zu erreichen und für Bücher zu begeistern, sagte Kuratoriumsmitglied Walter Herter. In dem beschlussfassenden Kuratorium engagieren sich weitere 13 namhafte und kompetente Persönlichkeiten aus dem Allgäu ehrenamtlich.

mehrere Personen an einem Tisch

Armut von Kindern sei vor allem eine Armut der Eltern, sagte Minister Lucha. Es sei daher wichtig, dass finanzielle Mittel zielgerichtet verteilt würden und bei den richtigen Menschen ankämen. Hier leiste die Stiftung durch ihre passgenaue, schnelle, unbürokratische und nachhaltige Arbeit sowie durch ihre ehrenamtlichen Mitstreiter und Multiplikatoren einen wertvollen Beitrag. "Gut, dass es die Stiftung gibt", betonte auch Oberbürgermeister Henle. Durch die Kinderchancen Allgäu seien bereits wichtige Bausteine angestoßen worden. Ziel der Stifung bleibe es, neben den Projekten und Unterstützungshilfen in Kooperation mit Schulen, Kindertagesstätten und anderen Einrichtungen nachhaltige Strukturen aufzubauen, um benachteiligten Kindern im Allgäu zu helfen, sagte Kohler.