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Stand: 13.12.2018

Pressemitteilung

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„Wir brauchen verlässliche Partner wie Sie“

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Seit 2010 fungiert der Treff 27 in der Ravensburger Georgstraße als Anlauf- und Unterstützungsstelle für drogenabhängige Menschen aus Ravensburg und Umgebung, die sich für einen Ausstieg aus dem illegalen Drogenkonsum entschieden haben und sich in der Praxis von Frank Matschinski einer Substitutionsbehandlung unterziehen. Das soziale Angebot der Caritas Bodensee-Oberschwaben wird seit vielen Jahren von der Katholischen Gesamtkirchengemeinde, den Katholischen Krankenpflegevereinen Ravensburg und Obereschach, der Fördergemeinschaft Taldorf und der Stiftung Solidarität finanziell unterstützt. "Wir sind sehr dankbar, dass Sie alle mithelfen", sagte Ewald Kohler zu Vertretern der Unterstützter-Organisationen, die bei einem gemeinsamen Vor-Ort-Termin detaillierte Einblicke in das Angebot des mittlerweile für das gesamte Schussental so wichtigen Treffs erhielten.

Das hauptamtliche Personal werde vom Landkreis gefördert, berichtete Kohler. An den Kosten in Höhe von jährlich rund 30.000 Euro für das Kontakt-Café mit seinen vielfältigen Angeboten beteilige sich zur Hälfte die Stadt Ravensburg. "Für die weiteren 15.000 Euro sind wir auf Spenden angewiesen", stellte Kohler klar. "Ohne Ihre Hilfe könnten wir das Treff 27-Aufenthaltsangebot nicht aufrechterhalten", bedankte er sich bei den Unterstützern.

In der Georgstraße 27 sind die Schwerpunktpraxis für Substitution,  die Psychiatrische Institutsambulanz des ZfP Südwürttemberg und die Psychosoziale Beratungsstelle für Suchtkranke der Caritas unter einem Dach angesiedelt. "Wir arbeiten Hand in Hand, die kurzen Wege bewähren sich bestens", berichtete Diplom-Pädagoge Christof Hundler, der zusammen mit den Sozial-Arbeitern Sabine Benzinger und Klaus Martin in der Psychosozialen Begleitung Substituierter und der Suchtberatung tätig ist. Unterstützung in ihrer Arbeit erfahren die drei aktuell durch einen Absolventen im Bundesfreiwilligendienst und durch die Praktikantin Lisa Morgenstern, die an der Hochschule Ravensburg-Weingarten Soziale Arbeit studiert.

Das Kontakt-Café, dessen Betrieb durch Caritas-Mitarbeiter koordiniert wird und in dem sich ehrenamtliche Bürger engagieren, bietet einen niederschwelligen Zugang zu professioneller Beratung und Begleitung, ermöglicht Tagesaufenthalt und sorgt für ein Stück Normalität und Geborgenheit. Der Treff ist an vier Tagen in der Woche geöffnet und verzeichnet an den Öffnungstagen rund 25 bis 30 Besucher im Alter von etwa 35 und 65 Jahren - unter ihnen auch ältere medikamentenabhängige Menschen. "Wir geben circa 35 bis 45 Essen in der Woche aus", so Hundler.

Rund 200 Patienten kommen regelmäßig, nicht selten täglich, in die Praxis, um sich der stark geregelten Substitutions-Behandlung zu unterziehen. Viele von ihnen kämpfen zudem mit Begleiterkrankungen, Wohnungs- und Arbeitsproblemen, sozialer Isolation und anderen Widrigkeiten. "Drogenabhängige haben eine schlechte Lobby. Sie sind nicht selten stigmatisiert und auf sich allein gestellt. Wir möchten diesen Menschen neue Perspektiven aufzeigen und Hoffnung geben", sagte Hundler zu den Treff-Unterstützern. Dies erfordere viel Sensibilität und gelinge vor allem durch die intensive interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Medizin und Sozialer Arbeit sowie durch die enge Anbindung der Besucher an die offenen Strukturen der Beratungsstelle mit ihren vielfältigen Hilfeangeboten.

Kinder, die mit suchtbelasteten Eltern zusammenleben, stehen bei KIESEL (Hilfen für Kinder von substituierten Eltern) im Fokus. Der Schwerpunkt des Caritas-Projekts liege in der Unterstützung der Kinder und der Förderung der Eltern, die "wie andere Eltern auch viele Fragen in Sachen Elternschaft und Erziehung haben", berichtete Sozialarbeiterin Katrin Gabor, die das Projekt leitet. Neben den direkten Hilfen für die betroffenen Kinder sei eine enge Kooperation mit Ärzten, Beratungsdiensten, Behörden, Selbsthilfegruppen sowie therapeutischen und beratenden Einrichtungen innerhalb der Sucht- und Jugendhilfe wichtig.

Weitere neue Angebote im Treff 27 sind in Planung. "Wir brauchen dafür verlässliche Partner wie Sie", sagte Kohler zu den Unterstützer-Vertretern. Margarete Eger, Kuratoriumsmitglied der Stiftung Solidarität und Vorsitzende der Fördergemeinschaft Taldorf, zeigte sich beeindruckt von dem vielfältigen Engagement und der professionellen Arbeit vor Ort. "Ich finde es besonders wertvoll, dass im Treff 27 auch Kinder und ältere medikamentenabhängige Menschen eine Anlauf- und Hilfestelle haben", sagte Dagmar Amann Vorsitzende des Katholischen Krankenpflegevereins Obereschach und Kuratoriumsmitglied der Stiftung Solidarität. Die informativen Einblicke hätten gezeigt, dass "hier unsere Unterstützung wirklich Sinn macht", zog Heribert Brugger, zweiter Vorsitzender des Katholischen Gesamtkirchengemeinderats und Vorsitzender des Katholischen Krankenpflegevereins Ravensburg, abschließend Bilanz.