URL: www.caritas-bodensee-oberschwaben.de/aktuelles/presse/von-liebe-und-trauer
Stand: 28.05.2014

Pressemitteilung

Schifra

Von Liebe und Trauer

Personen stehen in einem großen RaumDie Vorbereitungen für die Fotoausstellung „Kinder, die das Leben streifen“ im Heilig-Geist-Spital in Ravensburg laufen bereits. Bei einer Vorort-Besprechung trafen sich (von links) Christine Wienand (Katholische Schwangerschaftsberatung der Caritas Bodensee-Oberschwaben), Ruth Seethaler (Katholische Schwangerschaftsberatung der Caritas Biberach), Ralph Zodel (Stiftung Heilig-Geist-Spital) sowie Dr. Herbert Köppen und Friedrich Jäckl (beide Fotokreis Biberach).Schifra-Netzwerk

Die letzten Vorbereitungen für eine besondere Ausstellung haben begonnen: Vom 16. Februar bis 23. März zeigt das Schifra-Netzwerk Schwangerschaft Ravensburg im Heilig-Geist-Spital die Fotoausstellung mit Begleitprogramm "Kinder, die das Leben streifen" zu Fehl- und Totgeburt. Vernissage ist am 16. Februar um 18 Uhr.  

"Nicht selten werden Eltern beim Verlust eines Kindes während der Schwangerschaft mit ihrer Trauer völlig allein gelassen. Wir möchten dieser Trauer einen Raum geben und für die Thematik Fehl- und Totgeburt sensibilisieren", so das Ansinnen der Veranstalterinnen. In dem Netzwerk Schifra haben sich Beratungsstellen, Hebammen, das Frühförderzentrum MOBILE sowie Seelsorge und Trauerbegleitung zusammengeschlossen. Die in der Ausstellung gezeigten Bilder sind in der Zusammenarbeit von Caritas Schwangerschaftsberatung Biberach, betroffenen Frauen und dem Fotokreis der Volkshochschule Biberach entstanden.

"Wir hatten in einer Trauergruppe für betroffene Frauen und Paare eine Informationsmappe mit Unterstützungsangeboten zum Themenbereich Fehl- und Totgeburt erarbeitet und suchten nach passenden Fotos", berichtet Ruth Seethaler von der Katholischen Schwangerschaftsberatung der Caritas Biberach, die sich mit weiteren Akteuren zu einem Vor-Ort-Termin im Heilig-Geist-Spital traf. Über den Kontakt zum Fotokreis konnten mit Dr. Herbert Köppen, Friedrich Jäck und Claudia Albrecht-Ries drei versierte Amateurfotografen für das Projekt gewonnen werden. "Das Thema war für uns alle Neuland und damit eine große Herausforderung", berichtete Dr. Köppen. "Wir hatten uns mit dieser Thematik bislang nicht auseinandergesetzt." Schritt für Schritt habe man sich gemeinsam und in engem Austausch mit der Trauergruppe diesem sehr emotionalen Thema angenähert. Viele schöne und aussagekräftige Bilder sind entstanden. "Die intensive Auseinandersetzung mit Trauer, Schmerz und Leid, aber auch Liebe und Hoffnung empfanden wir alle als große Bereicherung", sagte Friedrich Jäck. Man habe viele Dinge plötzlich ganz anders wahrgenommen, neue Ideen entwickelt und immer wieder neue Motive für dieses stille und in der Öffentlichkeit eher unsichtbare Thema entdeckt. "Auch für uns war es ein spannender Prozess, über die Sprache der Bilder und den Blick der Fotografen einen weiteren Zugang zu unserem Thema zu bekommen", bestätigte Ruth Seethaler. Da nicht alle Bilder in die Infomappe mit aufgenommen werden konnten, entstand die Idee, eine Ausstellung zu gestalten, die der Trauer um einen frühen Verlust Raum gibt. Gemeinsam habe man die Exponate ausgewählt und passende Texte dazu gesucht. "Viele Texte haben Betroffene selbst geschrieben", so Ruth Seethaler.      

In der Ausstellung werden 36 Bilder sowie 43 Textplatten gezeigt. In einem Gästebuch haben Ausstellungsbesucher die Möglichkeit, ihre Eindrücke festzuhalten. Und es gibt einen Katalog zur Ausstellung. Initiatoren und Organisatoren hoffen auf eine gute Besucherfrequenz. Das Foyer des Heilig-Geist-Spitals scheint dafür der richtige Ort. "Wir haben Zählungen durchgeführt, nach denen das Spital von rund 250.000 Menschen im Jahr besucht wird", berichtete Ralph Zodel, Geschäftsführer der Stiftung Heilig-Geist-Spital. Auch Menschen, die sonst eher keine Ausstellungen besuchen, könnten hier erreicht werden. Die als Wanderausstellung konzipierte Ausstellung war bereits in Biberach, Ehingen, Ulm und Laupheim zu sehen. "Wir haben bislang eine überaus gute Resonanz und viel Zustimmung erfahren", sagte Ruth Seethaler. "Dies wünschen wir uns auch für Ravensburg." 

 

INFO: Das Begleitprogramm

16. Februar: Vernissage - Begrüßung und Einführung in die Ausstellung "Kinder, die das Leben streifen - Fehl- und Totgeburt" mit musikalischer Umrahmung, 18 Uhr, Heilig-Geist-Spital Ravensburg

23. Februar: Lesung - Carsten Otte liest aus seinem Roman "Warum wir?", 20 Uhr, Buchhandlung RavensBuch, Ravensburg

2. März: Film "Sternenkinder", 18 Uhr, Kapelle im Heilig-Geist-Spital Ravensburg

9. März: Trauerfortbildung für Fachpersonal - Umgang mit Trauer, 14 bis 18 Uhr, Gruppenraum im Heilig-Geist-Spital Ravensburg

16. März: Maltherapeutisches Angebot, 17 Uhr, SINOVA Klinik Ravensburg

23. März: Von Liebe und Trauer - meditativer Gottesdienst, 18 Uhr, Kapelle im Heilig-Geist-Spital Ravensburg

Der Programm-Flyer liegt an öffentlichen Stellen aus. Das detaillierte Programm steht auch zum Download bereit unter: http://www.caritas-bodensee-oberschwaben.de/hilfeundberatung/schwangerschaft-und-begleitung-nach-der-geburt

Die Sponsoren: Bürgerstiftung Kreis Ravensburg, Lions Club Ravensburg, Soroptimist International - Club Ravensburg/Weingarten, Ladies‘ Circle Ravensburg, Inner Wheel Club  Ravensburg, Stadt Ravensburg, Patchwork, RavensBuch, Ravensburger AG, tws.