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Stand: 28.05.2014

Pressemitteilung

Sprachförderung

Gemeinsam für Vielfalt und Integration

GruppenbildProjektverantwortliche, Stadtteilmütter und Vertreter von Kindergärten, Schulen und Kommune freuen sich über den zehnjährigen Erfolg des Sprachförder- und Elternbildungsangebots „Rucksack“.Caritas

Das kunterbunte "Rucksack"-Boot machte Ende Juni Station in Friedrichshafen. Gemeinsam mit Elternbegleitern, Partnerorganisationen, Vertretern von Kindertagesstätten und Schulen, von Migrantenvereinen und Kommunen sowie am Programm teilnehmenden Eltern und Kindern feierte die Caritas Bodensee-Oberschwaben das zehnjährige Bestehen des erfolgreichen Sprachförder- und Elternbildungsangebotes "Rucksack" in Friedrichshafen. Fröhlich stimmten die Festgäste in das Geburtstagslied der Kinder aus dem Kindergarten St. Petrus Canisius mit ein, die viele bunte Nationalitätenfähnchen schwenkten und musikalisch um die halbe Welt reisten, um Fahrgäste aus verschiedenen Ländern mit ins "Rucksack"-Boot zu holen.

"Die Einbindung von muttersprachlichen Stadtteileltern ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor des Programms", sagte Angelika Hipp-Streicher, die am 1. Juli die Leitung der Offenen Familienhilfe abgegeben und dafür die Caritas-Fachleitung Familie und Integration übernommen hat. Ihre Nachfolge im Caritas-Dienst Familienhilfen und Migration hat Stefan Fischer angetreten. "Rucksack", so Angelika Hipp-Streicher, berücksichtige die Entwicklung der Kinder in Bezug auf ihre Lebenswelt und Familie. Die Ressource Mehrsprachigkeit werde für die frühzeitige Sprachentwicklung genutzt und alltagsintegriert umgesetzt. "Die Eltern werden in ihrer Erziehungskompetenz gestärkt und aktiv an der Sprachentwicklung ihrer Kinder beteiligt." Die Stadt Friedrichshafen habe sich von Anfang an für eine frühzeitige Integration eingesetzt und ihre Unterstützung zugesagt, betonte Angelika Hipp-Streicher. So konnte das "Rucksack"-Projekt 2007/08 bereits mit fünf Gruppen an den Start gehen und wurde in den vergangenen zehn Jahren bedarfsorientiert ausgebaut. Im laufenden Kindergartenjahr 2016/17 gibt es in verschiedenen Kindergärten insgesamt neun "Rucksack"-Gruppen mit 57 Familien und 70 Kindern mit über 20 verschiedenen Nationalitäten. Seit 2011 wird zudem das Programm "Rucksack" an der Grundschule umgesetzt - aktuell an vier Schulstandorten. "Rucksack funktioniert so gut, weil Sie alle sich dafür engagieren. Dafür gebührt Ihnen unser herzliches Dankeschön", sagten Angelika Hipp-Streicher und die Koordinatorin der Sprachförderprojekte, Magdalena Hriny, zu den Festgästen. Natascha Garvin, Leiterin der Stabsstelle Integration bei der Stadt Friedrichshafen, gratulierte zum zehnjährigen Bestehen des Programms, vor allem aber auch zu dem hohen Zuspruch, den die Sprachförderangebote von allen Seiten erfahren. Die Caritas habe in Friedrichhafen ein stimmiges Gesamtprogramm geschaffen, das auch in den kommenden Jahren durch die Stadt gefördert und gemeinsam mit allen Beteiligten weiterentwickelt werde, sagte sie. "Wir freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit."

Zeitzeugen berichteten von den "Rucksack"-Anfängen in Friedrichshafen, darunter Martin Belser, langjähriger Caritas-Fachleiter Familienbezogene Hilfen, der den Samen für das Projekt gelegt sowie dieses in all den Jahren begleitet hat und sich Ende Juni in den Ruhestand verabschiedete. Auch er dankte der Stadt Friedrichshafen und deren weitsichtigem Gemeinderat für das wertschätzende, kooperative und langfristige Miteinander. "Wir hoffen einfach, dass es so weiter geht", war er sich mit anderen Projektbeteiligten der ersten Stunde einig - darunter die frühere Leiterin des Familienzentrums Noadja, Sigrid Bitzer-Krapf, oder auch Nisa Özdemir, "Ruckack"-Kind aus dem Jahr 2007, und ihre Mutter Hawa, die sich heute noch als Stadtteilmutter engagiert. Eltern, Kinder und Einrichtungen profitieren gleichermaßen von dem Angebot, so die einhellige Meinung. Dies bestätigten auch zahlreiche weitere Stadtteilmütter, die von ihrer Arbeit und ihrer durch diese geprägten persönlichen Entwicklung, von ihren Erfolgen, schönen Erlebnissen und vielen Aktionen berichteten. Nur gemeinsam könne man das gegenseitige Verständnis fördern, sich besser kennenlernen und ein harmonisches multikulturelles Miteinander stärken, gaben sie zu bedenken. Überzeugt von der nachhaltigen Wirkung des Projekts zeigten sich auch Vertreter und Programmakteure aus  Friedrichshafener Schulen, an denen "Rucksack" praktiziert wird. "Zwischen Schule, Eltern und Kindern sind eine vertraute Wärme, eine große Offenheit und gegenseitiges Vertrauen entstanden", so die einhellige Meinung.