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Stand: 28.05.2014

Pressemitteilung

Galerie in der Caritas

„Die Erde ist das Land der ganzen Menschheit“

Mann vor Vitrine mit FigurenDer italienische Künstler Maurizio Righetti stellt derzeit Werke in der Galerie der Caritas aus.Caritas Bodensee Oberschwaben

"In den Werken Maurizio Righettis spiegelt sich die Verbundenheit des Künstlers zu seiner Heimat wider", sagte Marco Ceroli in seiner Laudatio zur Ausstellungseröffnung "Der Erde in die Augen schauen" im Rahmen der Ravensburger Kunstnacht. Die Ausstellung in der Galerie der Caritas (GiC) zeigt bis 17. November Priesterinnen oder Muttergottheiten darstellende Terracotta-Figuren sowie eine Bilderreihe "Terra" mit 20 Erden-Abbildungen aus italienischen Weinbergen, Olivenhainen und Feldern.  

"Die Erde ist das Land der ganzen Menschheit", erklärte Maurizio Righetti über seinen Dolmetscher und Künstlerkollegen Marco Ceroli das eigene künstlerische Schaffen. Die Menschen hätten zwar gelernt, durch die Luft zu fliegen und über das Wasser zu schippern, sie blieben aber Teil der Erde und kehrten immer wieder zu ihr zurück. Mit seinen faszinierenden Terra-Werken möchte Righetti nicht nur auf die verschiedenen Formvarianten und die unterschiedliche Farbgebung von Erde aufmerksam machen, er möchte die Erde über seine Bilder mit den betrachtenden Menschen auf Augenhöhe bringen. Um Erde zu bearbeiten, müsse man sich bücken, so der Künstler weiter. In die Hand genommene Erde wirke farblich bereits ganz anders als auf dem Boden. Die Auseinandersetzung mit den Erden unseres Planeten erfordere Aufmerksamkeit und Anstrengung, so Righetti weiter. Durch die künstlerische Bearbeitung entstünden neue Erdfarben und -formen. Ihr Zusammenspiel in seinen Bildern symbolisiere Abgrenzungen, Länder, Grenzen. "Trotz dieser Grenzen gehört die Erde uns allen", betonte der Künstler. "Sie ist einzigartig und so unterschiedlich wie alle Menschen." Der Abdruck einer weiblichen Büste, "mit Mutter Erde überzogen", ist gleichfalls in der Ausstellung zu sehen. Der Künstler möchte dieses Werk - wie auch seine bemalten Ton-Figuren - als Lob an die Frauen verstanden wissen. Er habe mit den Terrakotta-Darstellungen elegante, weibliche Figuren schaffen wollen, die ein positives Warten symbolisieren, so Righetti. Die Körperformen der Frauengestalten sind einem Fragezeichen nachempfunden, ihre Köpfe als Löffel dargestellt - um Stärken zu schöpfen und Herausforderungen aufzugreifen. "Sie sollen Hoffnung vermitteln", so der Künstler.

FigurenTerracotta-Figuren von Maurizio Righetti. Caritas Bodensee Oberschwaben

Dass Righettis Werke jetzt in der Galerie der Caritas zu sehen sind, ist einem Zufall zu verdanken. "Wir sind zusammen in die Schule gegangen, haben uns danach aber aus den Augen verloren", erzählte Marco Ceroli. Bei einem Besuch in seiner italienischen Heimatstadt in den Abruzzen, rund 1000 Kilometer von Ravensburg entfernt, haben sich die beiden Künstler nach Jahrzehnten zufällig wiedergetroffen. Gemeinsam mit Angelika Hipp-Streicher, Caritas-Fachleitung Familie und Integration, und Claudia Choleva-Gnann, die sich seit 2004 als künstlerische Leiterin der Galerie in der Caritas engagiert und dort regelmäßig  Kunstausstellungen veranstaltet, sei die Idee, Righetto mit einer Ausstellung nach Ravensburg zu holen, entstanden und umgesetzt worden.          

Einen stimmungsvollen musikalischen Rahmen verlieh Anush Karavirt-Soghomonayn der Ausstellung: Sie sang mittelalterliche armenische Volkslieder und begleitete sich auch selbst auf der Gitarre. "Ihr Gesang kommt aus dem Inneren - wie aus der Erde heraus", sagte Claudia Choleva-Gnann. Mit ihren Liedern signalisierte die Sängerin eine starke Verbundenheit mit der Kunst - nicht zuletzt durch ihr Abschlusslied, das neapolitanische "Santa Lucia".   


INFO: Die Ausstellung "Der Erde in die Augen schauen" von Maurizio Righetti ist noch bis 17. November in der Galerie der Caritas, Seestraße 44, in Ravensburg zu sehen: montags bis donnerstags von 8 bis 12 und von 13.30 bis 17 Uhr, freitags von 8 bis 12 Uhr. Am Freitag, 17. November, ist Finissage mit Abendöffnung von 18 bis 20 Uhr. Eine Preisliste zu den Objekten liegt bei der Caritas aus.