Nachricht

Tafelläden

Auf den Tisch statt in die Tonne

Sitzende Menschen in Raum

Zum zehnjährigen Jubiläum der Isnyer Tafel waren neben beachtlicher Prominenz aus Stadt, Landkreis, Kirche, DRK, Landtag und Bundestag, auch Freunde der benachbarten Tafelläden Wangen, Bad Wurzach, Bad Waldsee und Leutkirch, sowie die komplette ehemalige und aktuelle ehrenamtliche Mitarbeiterschaft der Isnyer Tafel gekommen.

Christoph Schlegel, Geschäftsführer von Seiten der Caritas, war in seiner Begrüßung wichtig zu betonen, dass die eigentlichen Träger der Arbeit nicht die "Prominenz" ist, sondern die Mitarbeiterschaft an der Basis. Auch Alexander Fürst von Quadt fand in Vertretung des Bürgermeisters herzliche Dankesworte an alle ehrenamtlich schaffenden Frauen und Männer, an alle spendenfreudigen Geschäfte und an die institutionellen Träger Caritas und DRK. An die Ehrenamtlichen gerichtet: "Ihre Arbeit macht die Welt für unzählige Bedürftige etwas menschlicher… um die Welt gerechter zu machen wäre politisch noch viel zu tun."

Festgarnituren bei Sonnenschein

"Tafeln sind für mich wie eine Wunde am Körper unserer Gesellschaft", sagte der Leiter der Sozialarbeit des DRK- Kreisverbandes, Wolfgang Stockburger. "So dringend wir unsere Tafeln brauchen, sie sind für mich auch ein Stein des Anstoßes in einer Welt in der Wohlstand und Reichtum nicht gerecht verteilt sind und der Graben zwischen arm und reich immer breiter wird. Schade, dass wir die Tafel brauchen, gut dass wir sie haben." Stockburger nannte die Ehrenamtlichen die wahren Gutmenschen. "Ohne Sie wäre die Welt ein viel trostloserer Ort in dem es an Mitgefühl und Barmherzigkeit mangelt."

Petra Krebs, gesundheitspolitische Sprecherin der Grünen widmete sich dem Thema gesunde Ernährung. Falsche, ungesunde Ernährung habe nicht nur mit finanzieller Armut, sondern auch mit mangelnder Information und Bildung zu tun. Auch die Werbung trage viel zu ungesunder Ernährung bei. Schnell fertige und billige Produkte kaufen, statt selber kochen mit natürlichen Grundnahrungsmitteln. Der Tafelladen biete zum sehr kleinen, symbolischen Preis durchaus wertvolle Lebensmittel - eine Chance zu gesunder Ernährung.

Fünf Personen mit Zettel in den Händen

Der Bundestagsabgeordnete Alex Müller widmete sich dem Thema der Verantwortung gegenüber den "Mitteln zum Leben." In Deutschland würden jede Sekunde 300 Kilogramm Lebensmittel weggeworfen und gleichzeitig würden 800 Millionen Menschen auf der Welt an Hunger leiden. In der Tafel würden Mangel und Hunger zusammengebracht. Müller erinnerte auch an die Bitte im Vater- Unser- Gebet des Herrn: "Unser täglich Brot gib uns heute." "Unsere Ehrenamtlichen schenken ihre Zeit und ihre Kraft, dass durch 900 Tafeln in Deutschland rund 1,5 Millionen sozial und wirtschaftlich benachteiligte Menschen mit Lebensmitteln versorgt werden können und so die Vaterunser Bitte in Erfüllung geht. Sie bringen etwas ganz wertvolles ein das uns nur sehr begrenzt zur Verfügung steht, weil unser Dasein auf der Erde endliche ist. Sie spenden Zeit. Der Dank gelte genauso allen Firmen und Geschäften die die Isnyer Tafel versorgen.

Für den festlichen Rahmen im Rathaus sorgte gediegene Klaviermusik von Christine Mulach. Anschließend wurde zur Besichtigung der Tafelräume im ehemaligen Gasthaus Gambrinus eingeladen, zu Begegnung, Gespräch und zum gemeinsamen Mittagessen an der hübsch dekorierten langen Tafel unter Sonnenschirmen. Das Ensemble Milor aus der Jugendmusikschule Mulach hat die speisende, festliche Tafel dezent unterhalten. Das Jubiläum war ein gelungenes, bestens vorbereitetes Fest der Ermutigung und des Dankes. 

(Text Walter Schmid)