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Ravensburg Eine gute Bildung und ein Berufsabschluss sind die beste Prävention und Vorsorge für ein späteres Leben ohne
große Existenzsorgen. Untersuchungen haben gezeigt, dass sich für Jugendliche, die nach ihrem Hauptschulabschluss Jahre in
so genannten Warteschleifen verbringen, die Chancen auf Ausbildung drastisch verschlechtern. Hier setzen wir an, sagt
Dieter Haag. Der Diplom-Sozialpädagoge ist Leiter des Projekts Karriere-Plan der Caritas Bodensee-Oberschwaben, das am 1.
Dezember 2004 in Leutkirch gestartet und nach drei erfolgreichen Projektjahren auf Schulen in Wangen und Isny ausgeweitet
sowie bis Ende Dezember 2010 verlängert wurde. Finanziert wird das Projekt von der Aktion Mensch, der Aktion Martinusmantel,
dem Landkreis Ravensburg, den Städten Isny, Leutkirch und Wangen, dem Lions-Club Leutkirch und der Caritas Bodensee-Oberschwaben.
Hervorgegangen ist Karriere-Plan aus dem Leutkircher Projekt Heimat für Spätaussiedler. Die dabei gewonnenen Erfahrungen
hätten gerade für den Übergang Schule/Beruf einen großen Handlungsbedarf signalisiert, berichtet Haag. Von den in der Projektpraxis
mit Migranten ausprobierten Strategien, die sich bewährt hätten, profitierten jetzt alle Jugendlichen in den Projektschulen.
Jeder Hauptschüler soll nach seinem Schulabschluss in eine seinen persönlichen Neigungen und Fähigkeiten entsprechende betriebliche
oder schulische Ausbildung wechseln, definiert Dieter Haag das Projektziel. Gemeinsam mit den am Projekt beteiligten Schulen
gelte es hierfür die besten Voraussetzungen zu schaffen. Die Projektumsetzung erfolge auf drei Ebenen: zum einen in der individuellen
Begleitung und Betreuung der Schüler, zum zweiten in der Recherche nach geeigneten Ausbildungsstellen (dabei erhält Haag Unterstützung
von Caritas-Mitarbeiterin Barbara Ludwig, die vier Stunden pro Woche mittels Telefon auf Ausbildungsplatzsuche bei Betrieben
geht) und zum dritten in der Etablierung funktionsfähiger und nachhaltiger Projektstrukturen an den beteiligten Schulen. Damit
die Förderung der Jugendlichen auch weiter geht, wenn das Projekt ausläuft, so Haag.
Für die Umsetzung des ersten Parts geht Dieter Haag in die Schulen. Derzeit betreut er rund 100 Schüler aus achten und neunten
Klassen. Das Thema Übergang Schule-Beruf werde regelmäßig thematisiert, berichtet er. So gibt es individuelle Beratungsgespräche
zu beruflichen Einstiegsmöglichkeiten und Informationen zu einer schulischen Weiterbildung nebst Anmeldeverfahren sowie verbindliche
Vereinbarungen, möglichst unter Einbeziehung der Eltern. Einmal pro Woche wird eine Bewerbungswerkstatt in den Schulen angeboten.
Dort werden gemeinsam Bewerbungen für Betriebe oder Schulanmeldungen erstellt. Die Jugendlichen gehen mit einer fertigen
Bewerbung raus und können diese direkt zur Post bringen, berichtet Haag. Über die Ausbildungsplatzrecherche sei es 2008 gelungen,
an den drei Projektstandorten 40 Ausbildungsstellen aufzutun, die über die Bundesagentur für Arbeit nicht angeboten wurden.
Darüber hinaus konnten durch Karriere-Plan die Zahl der Übergänge ans BEJ (Berufseinstiegsjahr) gesenkt und im Gegenzug
die Anzahl von Bewerbungen für eine betriebliche Ausbildung deutlich erhöht werden.
Unterstützt in seiner Arbeit wird Haag durch Ehrenamtliche. In Isny gibt es derzeit 18 Betreuungen durch Schülercoachs,
berichtet der Sozialpädagoge. Auch für Leutkirch und Wangen sind solche Kooperationen geplant. Mein Part endet, wenn die
Jugendlichen eine Ausbildung in einem Betrieb gefunden oder eine schulische Weiterbildung angetreten haben, sagt Haag. Der
große Erfolg des Projekts ist für ihn Bestätigung und Motivation zugleich. Ich mache den Job nach wie vor sehr gern.
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