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Ravensburg Vor 20 Jahren, 1989, wurde die UN-Kinderrechtskonvention verabschiedet. 1992 hat Deutschland diese ratifiziert
und im Jahr 2004 einen nationalen Aktionsplan beschlossen. Es ist an der Zeit, die Kinderrechte endlich ins Deutsche Grundgesetz
aufzunehmen, mahnte Angelika Vogler-Rieger, Vorsitzende der Unicef-Arbeitsgruppe Ravensburg und Schirmherrin eines Fachtags
Kinderrechte, zu dem das Jugendhilfe-Forum der Caritas Bodensee-Oberschwaben eingeladen hatte. Wir wollen das Bewusstsein
für das Thema Kinderrechte schärfen und dazu beitragen, dass sie in den Diensten und Einrichtungen der Caritas Beachtung finden,
meinte Ewald Kohler, Leiter der Caritas Bodensee-Oberschwaben, in seiner Begrüßung. Zahlreiche haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter
und Verantwortliche aus Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe, aus Schulen, Kommunen, Wohlfahrtsverbänden und Kirchengemeinden
waren in das Institut für Soziale Berufe gekommen, um über den Stand der Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention in Deutschland
zu sprechen und in sechs verschiedenen Workshops konkrete Perspektiven zur Umsetzung dieser Ziele in der Alltagspraxis zu
erarbeiten.
Der Caritas-Verband selbst habe erst 2008 Leitlinien zur Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention in seinen Diensten und Einrichtungen
beschlossen, sagte Kohler. Die Caritas habe damit eine Vorreiterrolle übernommen, lobte Claudia Kittel, Kinderrechtsexpertin
und Diplom-Pädagogin aus Berlin. Das gibt es bislang noch nicht oft. Die Verabschiedung der Kinderrechtskonvention durch
die Generalversammlung der Vereinten Nationen im Jahr 1989 sei einstimmig erfolgt bei 193 Teilnehmerstaaten eine einmalige
Sache, berichtete Claudia Kittel. In den drei Teilen Schutzrechte, Versorgungsrechte und Beteiligungsrechte seien sehr
klare Bestimmungen für alle Lebensbereiche von Kindern in der UN-Konvention festgeschrieben worden. Wir alle stehen in der
Verantwortung, betonte Claudia Kittel. Eine zentrale Anlaufstelle für Beschwerden im Falle einer Kinderrechtsverletzung gebe
es nicht. Individualbeschwerden seien bislang leider nicht möglich. Die Mitgliedstaaten seien lediglich zu Rechenschaftsberichten
über das Voranschreiten der Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention in ihrem Land verpflichtet.
Ein wichtiger Schritt sei das Erstellen einer kindgerechten Ausgabe der durch die UN festgeschriebenen Kinderrechte gewesen,
so Claudia Kittel weiter. Auch Kinderrechtswahlen seien abgehalten worden. Mittlerweile gebe es zahlreiche Broschüren und
Unterrichtsmaterialien, beispielsweise für die Durchführung eines Projekttags oder einer Projektwoche zum Thema Kinderrechte
(Infos unter: www.makista.de). Wir alle müssen die Umsetzung der Kinderrechte noch ernster nehmen, sagte die Kinderrechtsexpertin und berichtete, dass
sich die Kinder mit ihren auf dem ersten Weltkindergipfel 2002 in New York erarbeiteten Vorschlägen von den Erwachsenen nicht
ernst genommen fühlten. Das muss sich dringen ändern, appellierte Claudia Kittel an die Fachtag-Teilnehmer.
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